Artikel aus den Lokalnachrichten des Teckboten vom 14.September.1999
OLDTIMER / 187 betagte Autos und Motorräder am Start bei der 13.
Veteranenrallye des Motorsportclubs Kirchheim
Der Charme hochglanzpolierter Raritäten
Stellte diese Startprüfung für die meisten Teilnehmer noch keine allzu große Hürde dar, würden bei der nächsten Prüfung jedoch bereits kräftig Strafpunkte vergeben. Schließlich mussten die Fahrer auf dem Gelände des Verkehrsübungsplatzes zwei Runden in möglichst derselben Zeit durchfahren. Für jede Zehntelsekunde Abweichung von der selbst vorgegebenen Idealzeit gab es einen Strafpunkt.
Ihre Geschicklichkeit mussten die Teilnehmer bei einer Abstandsprüfung demonstrieren, bei der es darauf ankam, exakt in der Mitte zwischen zwei Markierungsbalken und genau 80 Zentimeter vor einer Barriere anzuhalten. Für jeden Zentimeter Abweichung gab es wiederum einen Strafpunkt.
Anschließend starteten die Oldies zu einer 67 Kilometer langen Fahrtroute rund um Kirchheim und über die Schwäbische Alb. Dabei mussten die Fahrzeuge ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Zwar kam es nicht auf die Geschwindigkeit an, doch mussten die Teilnehmer die Strecke in längstens zweieinhalb Stunden und ohne fremde Hilfe bewältigt haben.
Für zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke unter anderem auch auf dem Kirchheimer Marktplatz und bei der anschließenden Zwangspause auf dem Verkehrsübungsplatz bot sich die seltene Gelegenheit, einen Querschnitt durch die Geschichte des motorisierten Verkehrs in Aktion zu sehen. Dies zeigt, welcher Beliebtheit sich diese Veranstaltung des Motorsportclubs Kirchheim mittlerweile erfreut.
Prunkstücke wie ein Ford-T-Modell Roadster, ein Bugatti 35 A oder ein Chevrolet National A waren zu bestaunen und Raritäten wie ein Mercedes H 170 der einzige Mercedes, der mit Heckmotor gebaut wurde oder ein Porsche 356 C, dessen Motor bereits 450 000 Kilometer auf dem Buckel hat.
Bevor die Sieger ermittelt werden konnten, gingen alle Teilnehmer noch einmal auf eine zweite Zuverlässigkeitsrunde. Dass trotz der heißen Temperaturen nur wenige Fahrzeuge die Distanz nicht schafften, verdeutlicht den guten Zustand, in dem die Oldies von ihren Besitzern gehalten werden. Bei den Motorrädern das älteste war eine H.R.D., Baujahr 1928 war fast alles zu finden, was jemals gebaut wurde.
Nicht nur die bestechende Optik der durchweg auf Hochglanz polierten Zweiräder, sondern auch der unverkennbare Klang und das meistens passende Outfit der Fahrer begeisterten die Zuschauer.
Gesamtsieger und Gewinner des Richard-Frech-Gedächtnis-Wanderpokals wurde mit nur drei Strafpunkten Gerhard Reinert aus Weilheim. Einen Sonderpokal für die weiteste Anreise erhielt Dr. Wolfram Gasteiger aus München. Beste weibliche Teilnehmerin war Sybille Weil aus Wernau. Den Trostpokal für den Pechvogel des Tages erhielt Tim Zeller, desen Fahrzeug gleich zweimal Reifenschaden hatte. Als ältester Teilnehmer mit 75 Jahren wurde Helmut Heinzelmann geehrt und den erstmals zu Ehren des unlängst verstorbenen Fritz Bosler ausgesetzten Wanderpokal für die beste Mannschaftswertung sicherte sich das Team vom OVG Bissingen. pm